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jeevana (LIFE)
d.o.b:
01.01.03
TIME:
d.o.a:
17.02.2003
TIME.
11 :00
AM
Wight D.o.A.:
2.600
Length :
42
cm
Head C:
32cm
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Jeevena
(das Leben) ist eine der beiden Zwillinge mit
ihrer biologischen Mutter links auf dem Foto. Es wurde
am Tag ihrer Abreise gemacht. Wie Sie feststellen
können, leben diese Leute in einer schrecklichen Armut,
direkt auf dem Boden. Sie haben vier Töchter und wollten
die Zwillinge nicht behalten. Der Vater lebt nicht mit
seiner Familie. Er muss in einer anderen Stadt arbeiten.
Das Waisenheim, dem wir dieses Kind für
die Adoption anvertraut haben, hat uns telefonisch
mitgeteilt, dass das Kind mit dem HIV-Virus infiziert
ist. Wir beobachten diese Familie sehr genau und können
Ihnen zusichern, dass es zur Zeit sowohl den Eltern wie
dem zweiten kleinen Kind gut geht. Jeevena wurde
adoptiert, das heisst, dass sowohl sie wie auch ihre
Schwester gerettet sind. Jeevena trägt den richtigen
Namen, wir wünschen ihr ein langes und glückliches Leben
mit liebevollen und aufmerksamen Eltern.

Shivkumar
geboren am 18. März 2000
Dank der Grossmutter ist Shiva Kumar noch
am Leben. Eines Morgens, bei Morgendämmerung, kommt eine
hübsche Frau ins Zentrum. Sie setzt sich auf den Boden,
ihre Füsse schmerzen, weil sie soeben eine Stunde und 30
Minuten gegangen ist. Sie bleibt da, ohne ein Wort zu
sprechen, starrt in Richtung Boden.
Plötzlich packt sie aus und erzählt uns
in einem Zug, dass sie eine Familie von sieben Kindern
hat, davon eine Tochter im Alter von 22 Jahren, die
gerade ihren Mann verloren hat. Er starb im Alter von 27
Jahren an Leberkrebs. Sie haben bereits ein Kind und
ihre Tochter hat eben noch einen Sohn geboren. Dann
erklärte sie, dass sie nicht für ihn aufkommen können,
und dass sie dazu gezwungen sind, den Neugeborenen
abzugeben oder… „…. wenn sie nicht
einverstanden sind, ihn zu nehmen, dann wären wir dazu
gezwungen, ihn zu töten!“
Jetzt fängt es wieder an, habe ich
gedacht! Diese Umstände erinnern mich an meine Erfahrung
mit Jyothy Mary, weshalb ich das Ganze nicht mehr
dramatisieren wollte. Trotzdem hat mein Herz angefangen
zu schlagen, ich hatte Lust zu schreien, sie zu
verprügeln. Ich kriegte keine Luft mehr, und ich
brauchte eine gewisse Zeit, bis ich das Gespräch wieder
aufnehmen konnte. Vor allem muss man solche
Konversationen geheim halten. In einer langen Diskussion
haben wir verschiedene Lösungen ins Auge gefasst, um sie
davon abzubringen, das Kind abzugeben. Wir haben die
Familie auch gebeten, die Schwiegereltern nach ihrer
Meinung zu fragen. Sie erhielten von uns eine Woche Zeit
zum Nachdenken.
Danach sind sie mit der Antwort der
Schwiegereltern zurückgekommen, die noch schlimmer war:
„Macht mit ihm was ihr wollt, gibt ihn weg oder tötet
ihn“. Wir haben entschieden, ihn in einem Waisenheim in
Bangalore unterzubringen. Das Baby ist am 10. April 2000
dorthin gebracht worden. Das hätten wir nicht machen
können, wenn es im Dorf geblieben wäre. Diese Familie
gehört zur Kaste der SC-Schedule Caste. Sie wohnen in
der Nähe des Waldes, wo sie etwas Land zum anpflanzen
haben, aber sie haben weder Wasser noch Strom. Die
Schule ist mehr als eine Stunde und 30 Minuten zu Fuss
entfernt. Trotz des Horrors hatte ich keine Lust, sie im
Stich zu lassen.
Um etwas Wasser zu haben, mussten sie es
aus einem mehr als 800 Meter entfernten Brunnen
schöpfen. Wir haben also entschlossen, ihnen die Mittel
zu geben, um einen Trinkwasserbrunnen vor dem Haus zu
graben.
Kavitha

Gebohren im 1999
Das Bébé auf einer Strasse im
Shivajinagar-Viertel in Bangalore gefunden.
Dezember 1999: Ich bin in Bangalore. Das
Wetter ist schön und die Temperatur ist angenehm. Die
Familie Asadulla ist beim Umziehen, und ich helfe ihr
dabei. Während die Töchter den Umzugsrickshaw beladen,
bleibe ich sitzen und beobachte den Schauplatz einer
übervölkerten, zu lauten, sehr schmutzigen Strasse.
Gegenüber steht die Polizeistation von Shivajinagar.
Mein Auge nimmt jede Einzelheit auf, wie ein Laser, der
nichts von der Szene verpassen will. In meinem tiefen
Inneren habe ich den Eindruck, dass jemand um Hilfe
schreit. Ich schaue mich um, und plötzlich sehe ich eine
Frau, die gerade vor mir sitzt. Was für ein Elend, wer
ist sie? Was macht sie da? Ich habe Najma die Frage
gestellt, vielleicht ist sie ihr bekannt? Sie antwortet
andeutungsweise mit einem verärgerten Ausdruck, dass das
Leute ohne festen Wohnsitz sind, die stets unterwegs
sind, ohne sich irgendwo niederzulassen.
Najma sah nicht so aus, als würde sie sich übermässig
für diese Sache interessieren. Während wir reden,
entdecke ich, dass die Frau etwas unter ihrem Sari
versteckte,… aber das ist doch ein Baby? Ein Baby mit
einem aufgeblähten Bauch, übervoll von Leere, sein
kleines Gesicht ist infolge des vielen Weinens wegen des
Hungers ausgebohrt, wie diejenigen, die man auf
luxusglasiertem Papier von Kindern aus Biafra sah. Da
ich keine vernünftige Antwort bekam, habe ich eine
„Meldung“ dem Baby gesendet, (phone free of taxes), den
telepathischen Gedanken, Liebe und Hoffnung. Ich habe
ihm versprochen, dass wenn es morgen noch da ist, ich
etwas unternehmen werde.
Wir mussten am nächsten Tag nochmals
kommen. Najmas Verzweiflung war meine einzige Sorge um
das Kind und die Frau auf dem Gehsteig. Zum Glück waren
sie immer noch da. Ich habe Najma gebeten, ihr diesmal
ganz deutliche Fragen zu stellen. Die Frau behauptete,
sie sei nicht die Mutter des Kindes, sie habe es von
einer Drittperson erhalten, die es selber von einer
anderen jungen Frau an einem Spitalausgang bekommen
habe. Eine unglaubliche Geschichte. Wir haben ihr
vorgeschlagen, das Kind dringend in ein Spital in der
Nähe des neuen Wohnortes von Najma einzuliefern. Als der
Arzt das Kind sah, hat er uns in seinem eigenen Wagen
zur Kinderklinik gefahren. Es war ein Mädchen, sie wog
nur 2.3 Kilo. Die Frau sagte uns, sie habe dieses Kind
seit ungefähr zwei Monaten und habe ihm keinen Namen
gegeben. Sie wird also Kavitha heissen.
Alle meine Pläne standen auf dem Kopf,
aber vor allem auch diejenigen von Najma. Sie wurde
beauftragt, jeden Tag die Frau und Kavitha zu besuchen
und mir über sie zu berichten. Man musste ein Waisenheim
finden, das die Betreuung übernehmen würde. Das
Verfahren kam mir zu einfach vor. Die Frau war
einverstanden, uns das Kind in Gegenwart der Polizei
anzuvertrauen. Das hat uns dazu gezwungen, auf die
Polizeistation zu gehen, um den Fall zu melden. Der
Polizeibeamte hat uns bekundet, der Fall sei ihnen
bekannt, nur hatten sie, wegen fehlenden Mitteln, keine
Möglichkeit zu intervenieren. Das Kind habe so oder so
keine Überlebenschance.
Als Kavitha wieder gesund war, gingen wir
alle zusammen auf die Polizeistation, um diese
Angelegenheit zu erledigen. Der Kommissar war
offensichtlich verärgert, dass ich mich in diese Sache
einmischte und verweigerte uns die Übergabe von Kavitha.
Er hat sie in seiner eigenen Einrichtung platziert.
Kavitha, sei willkommen im „Dschungel“,
das Leben gehört dir, mögen dich alle Engel im Himmel
schützen!
PS: In
meiner gegenwärtigen Tätigkeit hatte ich die
Gelegenheit, die Direktorin der Hilfsstelle „Help Line“
von Bangalore kennen zu lernen. Gefundene oder
zurückerhaltene Kinder wie Kavitha werden in ein
staatliches Waisenheim gebracht, und dann in den
verschiedenen Einrichtungen zur Adoption freigegeben.
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