|
Reisebericht
9/05
Mein
Besuch in Indien vom 27. - 30.8.2005
Im Jahre 1998 habe ich
Bangalore zum letzten Mal besucht und bei dieser Gelegenheit die heutige
Leiterin, Frau Edith Stecher, von Olivia Home getroffen, die zu dieser
Zeit noch in einem Privatspital Neugeborene betreute.
Wenige Zeit danach
gründete sie den Jeevan Jyothi Trust in Bangalore, um ein kleines
Zentrum bzw. Waisenhaus v.a. für behinderte Kinder zu erstellen.
Rund 110 km ausserhalb von
Bangalore, d.h. weiter im Süden Richtung Mysore befindet sich T.G. Doddi
Jageri. Dort leben in einer Dorfgemeinschaft rund 125 Familien. In etwa
1 Kilometer Entfernung hat Ciao Kids via den vorerwähnten Trust Land
gekauft und ein kleines Zentrum für behinderte Kinder und Waisenkinder
aufgebaut – Olivia Home.
Die Anlage ist
sonnenförmig angelegt mit Innenhof. Darum herum gruppiert sind kleine
Häuser, wo die Mädchen und die Buben separat untergebracht sind und
wiederum separat die Küche, die gleichzeitig als Essraum dient. Daneben
gibt es ein Gästehaus (2 Zimmer). Und wiederum separat eine Waschküche ,
1 Stall mit 4 Kühen und das Administrationshäuschen.
Gegenwärtig befinden sich
17 behinderte Kinder und 1 Bub und 1 Mädchen (Vollwaisen) im Olivia Home.
Die ganze Anlage wird neben Frau Stecher von einem Administrator und 17
Teilzeitangestellten, wovon13 junge Frauen für die Betreuung der Kinder
rund um die Uhr, Kochen, Waschen, Reinigung etc, betreut.
Es ist eindrücklich, was
hier mit wenigen Mitteln und mit viel Liebe geschaffen worden ist. Der
tägliche Ablauf und die Betreuung sind ebenso beeindruckend, wie alle
anderen Aktivitäten, die von Olivia Home ausgehen.
In Kollegal und in Mysore
werden Kinder in einem Pensionat betreut, damit sie in diesen Städten
zur Schule gehen können. Diese Kinder werden auch vom Trust finanziell
unterstützt.
Ich habe 2 Tage und 2
Nächte im Olivia Home mit diesen Kindern verbracht. Es ist rührend zu
sehen, wenn auch schwerstbehinderte Kinder versuchen, einen Besucher
anzulächeln.
Diese Aufgabe vor Ort zu
erfüllen braucht Liebe , Kraft und Durchsetzungsvermögen.
Gegenwärtig ist in
Kollegal selber ein weiteres Projekt in der Umsetzung: ein
Rehabilitationszentrum bzw. Notfallstation.
Wiederum, ist es der
Initiative von Frau Stecher zu verdanken, dass dort aus dem Nichts etwas
entsteht, was für die schwerstbehinderten Kinder, aber auch für die
arme Bevölkerung, Hilfe bringen wird. Einerseits sollen dort einzelne
Kinder aus dem Olivia Home, die Physiotherapie benötigen, untergebracht
werden und andererseits soll ebenfalls erste Hilfe bei Notfällen bis zu
Geburtshilfe geleistet werden.
Der Rohbau steht und ist
teilweise finanziert. Die Fertigstellung, d.h. Innenausbau und
Einrichtung sowie die Funktionskosten sind noch nicht abgedeckt. Zur
Fertigstellung nach heutiger Schätzung werden ca. CHF 80'000 und für die
laufenden Kosten inkl. Personal für die nächsten 3 Jahre rund CHF 45'000
benötigt.
In Zusammenarbeit mit der
Shanti Foundation in Lausanne wird versucht, in den nächsten Monaten die
noch fehlenden Mittel aufzubringen.
Es ist eindrücklich zu
sehen, was eine Einzelperson – auch wenn ihr immer wieder von
verschiedenen Seiten Steine in die Wege gelegt werden - erreichen kann.
Das Resultat ist
ermutigend und erfreulich. Frau Stecher gebührt Dank und Bewunderung.
Charles Gebhard
2. Oktober 2005.
|